Gilbert Achcar am 17. Mai 2012 in Berlin
Buchvorstellung: Die Araber und der Holocaust – Der arabisch-israelische Krieg der Geschichtsschreibungen
Die Araber und der Holocaust – Sophia Deeg Einführende Worte
Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost und die Edition Nautilus laden ein zu Buchvorstellung, Lesung und Gespräch mit dem Autor Gilbert Achcar. Fanny Michaela Reisin, Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte, stellt das soeben auf Deutsch erschienene Buch vor.
Die Araber und der Holocaust – Fanny Michaela Reisin Buchvorstellung
Die Araber und der Holocaust – Gilbert Achcar Gespräch und Diskussion

In dem bereits auf Englisch, Arabisch und Französisch erschienenen Buch unternimmt Gilbert Achcar eine längst überfällige, umfassende und differenzierte Darstellung der unterschiedlichen arabischen Reaktionen auf den Holocaust. Er erörtert, wie ein Krieg der Narrative um den Holocaust und die Nakba entbrannte. Sein Buch ist ein wichtiger Beitrag gegen Vorurteile und Rassismus in jeder Form, seien sie antiarabisch, antimuslimisch oder antisemitisch, und eine Grundlage für die Verständigung im Nahost-Konflikt.
Gilbert Achcar:
“Die gegenseitige Anerkennung der Shoah und der Nakba muss weitere Fortschritte machen, damit eine echte Verständigung stattfinden kann.”
“Die Grundvoraussetzung jeglicher Kommunikation ist die Fähigkeit, sein Gegenüber zu verstehen: mit anderen Worten, sich in seine Position zu versetzen – was wiederum die intellektuelle Disziplin erfordert, vorübergehend die eigene Perspektive zu verlassen. Nichts ist einem Dialog abträglicher als die vorgefasste Annahme, der oder die andere sei in seinem oder ihrem Wesen oder Denken unveränderlich. Die Stereotypisierung des anderen geht immer Hand in Hand mit einer Stereotypisierung von sich selbst. Generell ist das, was dabei herauskommt, eine Karikatur des anderen und eine Idealisierung seiner selbst, selten ist es umgekehrt.“
Siehe auch:
28. Juni 2012: Anna Younes: Philo- and Anti-Semitism in Germany : Interview with Gilbert Achcar
1. Mai 2012: Right and wrong lessons to draw from the Holocaust und Judenfreunde – Judenfeinde
